Wie kann man besser schlafen? Für eine bessere Schlafqualität
Was ist Schlaf?
Schlaf entspricht einer Verminderung des Bewusstseinszustands, die zwei Wachphasen voneinander trennt. Er ist durch einen Verlust der Wachsamkeit, eine Abnahme des Muskeltonus und eine teilweise erhaltene Sinneswahrnehmung gekennzeichnet.
Schlaf ist eine entscheidende Funktion für unsere Gesundheit, denn wir verbringen fast ein Drittel unseres Lebens schlafend. Es ist eindeutig erwiesen, dass Schlaf für zahlreiche biologische Funktionen von zentraler Bedeutung ist. Gleichzeitig hat die Häufigkeit von Schlafstörungen, von denen ein erheblicher Teil der Bevölkerung betroffen ist, in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen. Diese Entwicklung wirft Fragen über unseren zukünftigen Gesundheitszustand auf.
- Eine gute Nacht besteht aus mindestens 3 bis 5 Schlafzyklen von jeweils etwa 90 Minuten
- In Frankreich ist jeder dritte Mensch von Schlafstörungen betroffen
- Schlechter Schlaf erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht, Diabetes, Krebs, Unfälle und weitere Gesundheitsprobleme
Die verschiedenen Schlafarten
Der Schlaf besteht aus einer Abfolge von 3 bis 6 aufeinanderfolgenden Zyklen, die jeweils 60 bis 120 Minuten dauern. Ein Zyklus setzt sich aus einem Wechsel zwischen Non-REM-Schlaf und REM-Schlaf zusammen, die jeweils mit einer unterschiedlichen Gehirnaktivität verbunden sind.
Der Non-REM-Schlaf wird so bezeichnet, weil er durch langsame Gehirnwellen gekennzeichnet ist. Er umfasst mehrere Phasen: Nach einer einige Minuten dauernden Übergangsphase zwischen Wachsein und Schlaf beginnt die Leichtschlafphase. Darauf folgt eine zunehmend tiefere Schlafphase, die mehrere Dutzend Minuten dauert. Während dieser Phase sinkt der Sauerstoffverbrauch und der Stoffwechsel des Gehirns verlangsamt sich. Auch der Muskeltonus nimmt ab, bleibt jedoch teilweise erhalten, was das Auftreten von Schlafwandeln erklären kann.
Der REM-Schlaf entspricht einer Phase, in der die Gehirnaktivität derjenigen im Wachzustand ähnelt.
Im Gegensatz dazu ist der Muskeltonus während dieser Phase nahezu vollständig aufgehoben, abgesehen von einigen Bewegungen der Gliedmaßen. Blutdruck und Atemrhythmus können schwanken.
Der Schlafrhythmus verändert sich zunächst im Verlauf einer einzelnen Nacht: Vereinfacht dargestellt bestehen die ersten Zyklen überwiegend aus tiefem Non-REM-Schlaf, während gegen Ende der Nacht der REM-Schlaf zunimmt. Wenn Sie in der vorherigen Nacht schlecht geschlafen haben, kann der tiefe Non-REM-Schlaf in der folgenden Nacht besonders ausgeprägt sein.
Der Schlaf verändert sich außerdem im Laufe des gesamten Lebens: Während des Wachstums ist der Non-REM-Schlaf bis ungefähr zum 20. Lebensjahr besonders tief. Mit zunehmendem Alter nimmt der Tiefschlaf ab und wird durch leichteren Non-REM-Schlaf ersetzt, was die Zunahme von Schlafstörungen im höheren Alter erklären kann. Der REM-Schlaf ist dagegen in den ersten Lebensjahren länger und nimmt im Erwachsenenalter ab.
Schlaf bedeutet Gesundheit
Schlaf ist die beste Form der Erholung und für die Gesundheit ebenso wichtig wie Ernährung und körperliche Bewegung. Unser Stoffwechsel bleibt dabei keineswegs untätig. Während des Tiefschlafs produziert der Körper verschiedene Hormone, insbesondere das Wachstumshormon, das bei Kindern für das Wachstum verantwortlich ist.
Auch unsere Haut regeneriert sich in der Nacht: Die Zellteilung der Epidermis erreicht gegen 1 Uhr morgens ihren Höhepunkt. Die Erneuerung der Knochen erfolgt ebenfalls zu einem großen Teil während des Schlafs. Verschiedene Hormone tragen zur Reparatur des Gewebes und zum Aufbau der Muskulatur bei.
Der Schlaf ermöglicht dem Organismus somit, sich sowohl körperlich als auch geistig zu erholen. Dabei werden der Stoffwechsel und die Körpertemperatur auf etwa 36 °C abgesenkt. Der Körper nutzt diese Zeit, um den Alltagsstress abzubauen, die Nervenverbindungen im Gehirn zu regenerieren, Erinnerungen zu festigen und Lernprozesse zu fördern.
Im Laufe der Zeit stellten Forscher fest, dass Schlaf nicht nur für das Gedächtnis und die Erholung wichtig ist, sondern eine besonders bedeutende Rolle für die allgemeine Gesundheit spielt. Untersuchungen zum Gesundheitszustand von Menschen mit Schlafstörungen zeigten, dass eine unzureichende Schlafqualität oder Schlafdauer das Risiko für Reizbarkeit, depressive Symptome, Gewichtszunahme, Bluthochdruck und Infektionen erhöht.

Schlafstörungen
Schlafbezogene Erkrankungen umfassen sowohl spezifische Störungen des Schlafrhythmus als auch Beschwerden unterschiedlicher Ursachen, die während des Schlafs auftreten, wie beispielsweise:
Schlaflosigkeit: Es gibt verschiedene Formen der Schlaflosigkeit. Manche sind durch Einschlafprobleme gekennzeichnet, andere durch nächtliches Erwachen oder das Gefühl, trotz Schlaf nicht erholt zu sein.
Hypersomnie und Narkolepsie: Die Hypersomnie ist durch ein übermäßiges Schlafbedürfnis und ausgeprägte Schläfrigkeit während des Tages gekennzeichnet, obwohl die nächtliche Schlafdauer normal oder sogar verlängert ist.
Parasomnien: Zu den häufigsten Parasomnien gehören Schlafwandeln, Bruxismus beziehungsweise Zähneknirschen, Sprechen im Schlaf, Nachtschreck, der häufig bei Kindern auftritt und Merkmale des Schlafwandelns und Sprechens im Schlaf verbindet, sowie Enuresis beziehungsweise Bettnässen.
Obstruktive Schlafapnoe: Schlafapnoe ist eine Atemstörung, deren Häufigkeit mit zunehmendem Alter, Übergewicht und insbesondere mit Adipositas steigt.
Restless-Legs-Syndrom: Das Restless-Legs-Syndrom, auch Willis-Ekbom-Krankheit genannt, ist durch einen unwiderstehlichen Bewegungsdrang der Beine gekennzeichnet, der mit unangenehmen Empfindungen in den unteren Gliedmaßen verbunden ist oder durch diese ausgelöst wird.
Störungen des zirkadianen Rhythmus: Diese Störungen entstehen durch eine Fehlregulation unserer inneren Uhr. Menschen, die erst sehr spät in der Nacht müde werden, leiden unter einer verzögerten Schlafphase. Personen mit einem vorverlagerten Schlafphasensyndrom haben dagegen Schwierigkeiten, über 19 Uhr hinaus wach zu bleiben.

Die Schlafqualität verbessern
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